Zwei Bücher, ein kühler Wald – und die Frage, wie wir die Welt retten
Sommer. Kühle Wälder. Vogelstimmen. Und zwei Bücher, die mich nicht mehr loslassen.
„Der Plan zur Rettung der Welt" entwirft eine Zukunft nach der grossen Klimakrise. Die Menschheit hat die Wende zwar geschafft – aber erst nach gewaltigen Verlusten und tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüchen. Der Roman fragt, wie viel Veränderung notwendig ist, um die Welt zu retten, und wer bereit ist, den Preis dafür zu bezahlen.
„Was wir wissen können" blickt dagegen stärker auf unsere Gegenwart: auf all das Wissen, das längst vorhanden ist, auf Warnzeichen, Verdrängung und die Mechanismen, durch die Menschen und Gesellschaften notwendiges Handeln immer wieder aufschieben.
Das eine Buch zeigt ein mögliches Morgen. Das andere fragt, weshalb wir heute nicht entschlossener handeln. Beide bewegen sich zwischen Fakten und literarischer Zuspitzung – und beide sind der Realität erschreckend nah.
Auch die Schweiz ist keine Insel: Unsere Gletscher schwinden, Hitzesommer nehmen zu, Wälder und Ökosysteme geraten unter Druck. Gleichzeitig gehören wir zu den Ländern mit besonders grossem Ressourcenverbrauch und verfügen über Wissen, Geld und politische Möglichkeiten, tatsächlich etwas zu verändern.
Dazu passt das Lied „On n'a qu'une terre" des Schweizer Rappers Stress – Wir haben nur eine Erde. Er denkt darin den Blick unserer Kinder voraus und stellt die schmerzhafte Frage:
Diese Frage beschäftigt mich.
Ich habe keine grossen Antworten. Aber ich glaube, Veränderung beginnt oft im Kleinen. Ich versuche bewusster zu konsumieren, Lebensmittel nicht zu verschwenden, der Natur Sorge zu tragen, keinen Müll liegen zu lassen, bei Hitze Wasser für Tiere bereitzustellen, meinen ökologischen Fussabdruck klein zu halten und Entscheidungen zu treffen, die Mensch, Tier und Umwelt etwas weniger belasten.
Das wird die Welt nicht allein retten.
Aber vielleicht ist genau das der Anfang: nicht darauf zu warten, dass «die anderen» handeln, sondern dort anzufangen, wo wir selbst etwas bewirken können.
Wenn ich diese Bücher zuklappe und durch einen kühlen Wald gehe, spüre ich nicht nur Sorge. Ich spüre auch Dankbarkeit. Und den Wunsch, dass auch kommende Generationen diese Schönheit noch erleben dürfen.
